Die Körperhaltung spielt eine wichtige Rolle für unser Auftreten und unsere Wirkung, jedoch ebenso für unsere Stimmung und Gesundheit. Ein selbstbewusster Gang ist das Geheimnis von Zufriedenheit und innerer Ausgeglichenheit, kann durch richtige Körperhaltung und bewusstes Körpergefühl geübt und verbessert werden.

Wer sich richtig bewegt, fühlt sich gleichzeitig stark und vital, hat sich selbst gegenüber ein gutes Empfinden. Dadurch wird nicht nur das Selbstbewusstsein gestärkt, sondern der Geist auch zu besserer Leistung angeregt. Dieses Selbstwertgefühl als eine innere aber auch körperliche Stärke ist biologisch erklärbar, da das zufrieden gestellte Gehirn mit Hormonkaskaden Muskeln unter Spannung setzt, die den Körper straffen und ihn damit gleichzeitig größer und kraftvoller machen.

Gleiche Wirkung entsteht im umgekehrten Fall, bei einer gebeugten Haltung, bei der die Schultern stark eingezogen werden. Sofort fühlt man sich kleiner und kümmerlich, empfindet sich als wertlosen Menschen und neigt zu Schwächeanfälle und Erschöpfung.

„Kopf hoch – Brust raus!“

Wissenschafter haben jetzt bewiesen, dass mentale Stärke durch unsere Körperhaltung bestimmt wird. Buddhisten wissen längst um dieses Geheimnis, erzielen mit unterschiedlichen Meditationen und Haltungen inneres Gleichgewicht. Der Samurai Miyamoto Musashi betont die Notwendigkeit der richtigen Körperhaltung, die geübt und gepflegt werden muss. Wissenschaftler und Forscher konnten diese Erkenntnisse jetzt bestätigen und beweisen.

In einer Studie mit Studenten, die sich einem Test unterzogen, bei dem sie einen Fragebogen ausfüllen sollten, wurde die eine Hälfte auf bequeme Bürosessel gesetzt, die andere musste auf normalen, eher unbequemen Stühlen Platz nehmen. Der Test sollte zeigen, wie sich die Studenten in ihrer Sitz- und Körperhaltung in ihren Aussagen unterschieden.

Dabei konnte bewiesen werden, dass die Körperhaltung eine wichtige Rolle bei der Auffassungsgabe spielt und Gefühle von Dominanz und Stärke beeinflusst. Musashi ergänzt dazu, dass die richtige Haltung weiterhin Mut, Willenskraft und Führungsqualitäten bewirkt.

Auch fanden die Forscher heraus, dass verschiedene Körperhaltungen Nachahmungen auslösten, dass also ein Proband, der ängstlich gekrümmt saß, bei einem nächsten Probanden Fluchtgedanken in Gang setzte – durch den Cortex aktiviert, der die Bewegungsabläufe steuert.

Den Körper zu dehnen und zu strecken, bewirkt ein Ansteigen des Testosteronspiegels und ein Sinken des Cortisolspiegels, was die Leistungsfähigkeit des Immunsystems fördert. Das sagte die Sozialpsychologin Dana Carney von der Columbia University in New York. Wer in gekrümmter oder gebeugter Körperhaltung sitzt, verringert die Zwerchfellatmung und Sauerstoffzufuhr und macht damit seinen Körper für Krankheiten anfälliger.

So ist die oben erwähnte Aufforderung: „Kopf hoch, Brust raus, Bauch rein“ nicht einfach nur dahergesagt, sondern zeigt, dass die richtige Haltung dazu führt, dass der Mensch sich gesund und leistungsstark fühlt und durch sein Auftreten auch auf andere wirkt.